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Unser Projekt

Wie wir forschen

Das Projekt wird wissenschaftlich begleitet und nach den Prinzipien der Design-Based Research entwickelt: Unterrichtsmaterial wird gemeinsam mit Kindern, Lehrkräften und Expert:innen erprobt und Schritt für Schritt weiterentwickelt.

Forschungsfrage

Wie nehmen Grundschulkinder stereotype Inhalte und mögliche Diskriminierung in KI-Systemen wahr, und welche didaktischen Bedingungen fördern dabei ihre Reflexion und Teilhabe?

Studiendesign

Ein exploratives Mixed-Methods-Design mit partizipativen Anteilen: qualitative und quantitative Zugänge werden trianguliert, Kinder und Lehrkräfte wirken aktiv an Material und Auswertung mit.

Iterative Entwicklung

Material und Konzept entstehen in einem Kreislauf aus Erproben und Anpassen, gemeinsam mit Lehrkräften und Expert:innen:

Entwicklung auf einer Tagung mit Lehrkräften und Expert:innen
Ausarbeitung des Materials
Weiterentwicklung mit den Lehrkräften
Erprobung an der Neuen Grundschule Potsdam
Anpassung auf Basis der ersten Erprobung
Erprobung an der Grundschule Wanderup
Erneute Anpassung für die fertigen Materialien
Zeitplan
Feb 2026Erste Erprobung einzelner Inhalte
März 2026Erste Befragung der Kinder
Mai 2026Erprobung an beiden Schulen, Potsdam und Wanderup
ab Okt 2026Veröffentlichung der Materialien, wissenschaftliche Auswertung darüber hinaus
Stichprobe

Zwei inklusiv arbeitende Grundschulen in unterschiedlichen Bundesländern: die Neue Grundschule Potsdam (Brandenburg) und die Grundschule Wanderup (Schleswig-Holstein). Die Klassen sind heterogen zusammengesetzt, einschließlich Schüler:innen mit Förderbedarf.

40–50 Kinder (zwei 4. Klassen) 3 Lehrkräfte 2 Expert:innen
Methoden, mehrfach trianguliert
Unterrichtsvideografie
Das Herzstück der Erhebung. Ausgewählte Unterrichtssequenzen werden mit Kamera aufgezeichnet, mit Fokus auf Interaktion, Teilhabe und Reflexion. Wie die Aufnahmen kodiert werden, steht weiter unten unter Auswertung.
Interviews mit Kindern
Halbstrukturiert, vor und nach der Einheit.
Lehrkräfte-Werkstatt
Material gemeinsam entwickeln und reflektieren.
Fragebogen Eltern
Schulklima, Haltungen zu KI und Nutzungspraktiken.
Fragebogen Lehrkräfte
Alle Lehrkräfte beider Schulen, zu Schulklima, Haltungen und Nutzung.
Expert:innengespräche
Feedback zu Material, Didaktik und Transfer.
Auswertung

Jede Datenquelle wird mit dem Verfahren ausgewertet, das zu ihr passt. Die Ergebnisse werden anschließend aufeinander bezogen.

Videografie: mittel- und hoch-inferente Kodierung
Mittel-inferent wird erfasst, was unmittelbar beobachtbar ist: einzelne Formen der Lernunterstützung, Redeanteile, Beteiligung. Jede Kategorie ist vorab mit Ankerbeispielen definiert. Hoch-inferent werden ganze Sequenzen eingeschätzt, etwa das Klima im Gespräch oder die Tiefe der Reflexion. Beide Ebenen werden von mehreren Personen unabhängig kodiert und auf Übereinstimmung geprüft. Schlüsselstellen werden danach interaktionsanalytisch vertieft, also Zug um Zug im Gesprächsverlauf nachgezeichnet.
Interviews und offene Antworten
Qualitative Inhaltsanalyse nach Kuckartz, mit deduktiv und induktiv gebildeten Kategorien.
Fragebögen
Deskriptive Auswertung von Schulklima, Haltungen zu KI und Nutzungspraktiken.
Forschungsethik
Geprüft und genehmigt
Ein Ethikvotum liegt vor

Erteilt von der Ethikkommission der Europa-Universität Flensburg. Die Erhebung ist zusätzlich mit den Schulleitungen und den zuständigen Ministerien abgestimmt.

Alle Beteiligten, Kinder wie Erwachsene, nehmen freiwillig teil und werden vorab verständlich informiert. Für die Kinder liegt zusätzlich die Einwilligung der Erziehungsberechtigten vor. Sämtliche Daten und Aufnahmen werden anonymisiert; Videoaufnahmen verlassen den Forschungskontext nicht und werden nicht veröffentlicht.

Erste Ergebnisse werden hier ergänzt, sobald die Auswertung vorliegt.

Methodische Grundlagen

Böttinger, T., Kürzinger, A., & Schulz, L. (2023). Risks of digital exclusion. An empirical analysis of teacher support during active media work in primary schools. MedienPädagogik, 20, 183–206.

Cobb, P., Confrey, J., diSessa, A., Lehrer, R., & Schauble, L. (2003). Design Experiments in Educational Research. Educational Researcher, 32(1), 9–13.

Kuckartz, U. (2018). Qualitative Inhaltsanalyse. Methoden, Praxis, Computerunterstützung. Weinheim: Beltz Juventa.

Kürzinger, A., Böttinger, T., & Schulz, L. (2024). Kooperatives Lernen mit digitalen Medien im inklusiven Grundschulunterricht. In G. Wilm et al. (Hrsg.), Videografische Forschung zu inklusivem Unterricht (S. 228–246). Bad Heilbrunn: Klinkhardt.

Prengel, A. (2012). Erkunden und erfinden. Praxisforschung als Grundlage professionellen pädagogischen Handelns mit Kindern. In F. Heinzel (Hrsg.), Methoden der Kindheitsforschung (2. Aufl., S. 292–305). Weinheim: Beltz Juventa.

Reinmann, G. (2005). Design-Based Research, ein neues Forschungsparadigma in der Bildungswissenschaft? Zeitschrift für Berufs- und Wirtschaftspädagogik, 101(3), 305–323.

Schulz, L., Kürzinger, A., & Böttinger, T. (2025). Designing digitally inclusive learning environments in elementary schools. Learning Environments Research.

Unger, H. von (2014). Partizipative Forschung. Einführung in die Forschungspraxis. Wiesbaden: Springer VS.

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